Bilder komprimieren — 4-MB-Handyfotos auf 300 KB, ohne Upload

🖼️Ohne Anmeldung, ohne Upload, ohne WasserzeichenBilder jetzt kostenlos komprimieren →

Zwölf Wohnungsfotos, jedes über 4 MB, und ein Portal, das maximal 2 MB erlaubt. Der erste Treffer bei Google macht nach 20 Bildern zu und will danach Geld. Es geht auch anders — und ohne dass deine Fotos irgendeinen fremden Server sehen.

A
Ariznex Team
10 Min. Lesezeit

Letzten Herbst wollte ich eine Wohnung auf ImmoScout einstellen. Zwölf Fotos, alle direkt vom Handy, jedes zwischen 3,8 und 4,6 MB. Das Portal wollte maximal 2 MB pro Bild.

Erster Treffer bei Google: TinyPNG. Nach 20 Bildern ist Schluss, dazu 5 MB Obergrenze pro Datei und Werbung am Rand. Unbegrenzt kostet dort 3,25 $ im Monat, jährlich abgerechnet — knapp 39 $ pro Jahr. iLoveIMG nimmt 4 $ im Monat, also 48 $ im Jahr. Beide laden jedes Foto erst auf ihre Server, um es dort zu verkleinern.

Bei Wohnungsfotos ist mir das ehrlich gesagt egal. Bei einem abfotografierten Ausweis oder einer Lohnabrechnung nicht. Deshalb gibt es diesen kostenlosen Bild-Kompressor: Er läuft komplett in deinem Browser. Reinziehen, zusehen wie die Größe fällt, runterladen. 30 Bilder gleichzeitig, ohne Anmeldung, ohne Wasserzeichen.

Bilder komprimieren online kostenlos — wann du es wirklich brauchst

Kaum jemand will Bilder komprimieren. Man will an irgendetwas vorbei, das blockiert. Vier Situationen kommen immer wieder:

  • Formulare mit KB-Grenze. Bewerbungsportale, Visumsanträge, Versicherungsmeldungen, Uni-Uploads. Irgendwer hat 2009 „maximal 200 KB“ ins Formular geschrieben und seitdem nie wieder reingeschaut. Ein aktuelles Handyfoto ist zwanzigmal so groß.
  • Websites, die zu langsam laden. Bilder sind fast immer das Schwerste auf einer Seite und damit der übliche Grund, warum der Largest Contentful Paint über Googles 2,5 Sekunden rutscht.
  • E-Mail-Anhänge. Gmail blockt bei 25 MB. Fünfzehn Urlaubsfotos vom Handy reißen das locker.
  • Kleinanzeigen und Portale. Kleinanzeigen, mobile.de, ImmoScout — jedes Portal mit eigener Obergrenze, und keins sagt dir vorher, welche.

So komprimierst du ein Bild in 20 Sekunden

  1. Bilder ins Feld ziehen — bis zu 30 auf einmal.
  2. Qualität stehen lassen. 80 % passt für Fotos.
  3. Gehen die Bilder ins Web: bei „Maximale Kantenlänge“ 1920 px wählen.
  4. Vorher-Nachher-Größe pro Bild kurz prüfen.
  5. Einzeln oder alle zusammen runterladen.

Es gibt bewusst keinen Start-Knopf. Sobald ein Bild drin liegt, rechnet das Tool. Schiebst du einen Regler, rechnet es neu — du siehst die neue Dateigröße, bevor du irgendetwas herunterlädst.

Welche Qualitätsstufe passt wirklich?

Die Zahl im Regler ist kein Prozentwert für „so viel Bild bleibt übrig“. Sie steuert, wie aggressiv der Encoder Details wegwirft. Was das praktisch heißt:

QualitätSichtbarer Verlust?Wofür
95 %NeinArchiv und Druckvorlagen — spart aber kaum etwas
85 %NeinGrafiken und Screenshots mit Text
80 %Praktisch nieFotos für Web und E-Mail — die Standardempfehlung
65 %Bei genauem HinsehenFormulare mit harter KB-Grenze
40 %Ja, deutlichNur wenn die Datei zwingend winzig sein muss

Der zweite, viel stärkere Hebel ist die Kantenlänge. Halbierst du die Breite, verschwinden drei Viertel der Pixel. Von 4.000 px auf 1.920 px sind es rund 77 % weniger — und das passiert, bevor der Encoder überhaupt anfängt. Zum Vergleich: Von 80 % auf 60 % Qualität bringt vielleicht 35 % und kostet dich sichtbare Details.

Also: erst verkleinern, dann an der Qualität drehen. Nicht umgekehrt.

PNG oder WebP — und warum PNG manchmal größer wird

Das Problem dabei: Der PNG-Encoder im Browser ist nicht besonders schlau. Ein bereits komprimiertes PNG noch einmal als PNG zu speichern macht die Datei gelegentlich größer statt kleiner. Das ist kein Fehler im Tool, das ist die Realität eingebauter Encoder.

Deshalb schickt der Modus „Smart“ PNGs automatisch nach WebP. WebP kann Transparenz — Logos und Freisteller bleiben also intakt — und ist typischerweise 60 bis 80 % kleiner als das PNG davor. Jeder Browser seit 2020 zeigt WebP an.

Kommt drauf an, wohin das Bild geht. Für eine Website: WebP. Für einen HTML-Newsletter oder ein Behördenformular, das nur „JPG oder PNG“ akzeptiert: JPEG. Ein Screenshot mit viel Text sollte nie als JPEG rausgehen, da bekommt jeder Buchstabe einen unscharfen Rand.

Ohne Upload: warum das bei Ausweisfotos zählt

Ein Foto vom Führerschein für die Autovermietung. Ein Kontoauszug für den Finanzierungsberater. Eine Lohnabrechnung für den Vermieter. Diese Dateien müssen klein werden — und sie müssen nicht im temporären Upload-Ordner eines fremden Anbieters landen.

Serverbasierte Dienste sind nicht per se unseriös, und die großen halten sich an die DSGVO. Aber jeder Upload ist eine Entscheidung, die du treffen musst: Wie lange liegt die Datei dort, wer kommt dran, in welchem Land steht der Server. Wenn die Verarbeitung lokal passiert, stellt sich die Frage gar nicht.

Nachprüfbar ist das in zehn Sekunden: Entwicklertools öffnen, Netzwerk-Tab, ein Bild komprimieren. Null Anfragen. Oder radikaler — Seite laden, WLAN trennen, komprimieren. Läuft weiter.

Angenehmer Nebeneffekt: Beim Neu-Kodieren fällt der komplette EXIF-Block weg. Damit auch die GPS-Koordinaten, die dein Handy in jedes Foto schreibt. Wer schon einmal ein Bild seiner Wohnung ins Netz gestellt hat, weiß, warum das relevant ist.

7 Fehler beim Bilder komprimieren

  1. Ein 4.000-px-Bild in einen 400-px-Platz legen. Der Browser lädt jedes Byte herunter und wirft dann 99 % der Pixel weg. Verkleinere auf die Größe, in der das Bild tatsächlich erscheint.
  2. PNG für Fotos benutzen. PNG ist für flache Farben und harte Kanten gebaut. Bei einem Foto sind die Dateien fünf- bis zehnmal so groß, ohne dass man einen Unterschied sieht.
  3. JPEG für Screenshots mit Text benutzen. Der umgekehrte Fehler. JPEG legt unscharfe Ränder um jeden Buchstaben.
  4. Dieselbe Datei mehrfach komprimieren. Jeder Durchgang baut auf den Schäden des vorherigen auf. Das Original irgendwo behalten und immer von dort starten.
  5. Transparentes PNG nach JPEG wandeln. JPEG hat keinen Alphakanal, die Transparenz muss eine Farbe werden. Dieses Tool füllt sie weiß — auf einer dunklen Seite sieht das falsch aus. Dann WebP nehmen.
  6. Qualität 100 anstreben. Das Ergebnis ist oft größer als das Original und von 85 % nicht zu unterscheiden. Du bezahlst Bytes für nichts.
  7. Bei 400 % Zoom über Artefakte urteilen. Was man nur bei starker Vergrößerung sieht, existiert für Besucher nicht. Beurteile das Bild in der Größe, in der es später erscheint.

Was dieses Tool nicht kann

Meine Einschätzung, ohne Schönfärberei — es gibt vier echte Grenzen:

  • Kein AVIF. Browser können AVIF anzeigen, aber nicht schreiben. Wer AVIF braucht, braucht ein anderes Werkzeug.
  • Keine exakte Zielgröße in KB. Du schiebst den Regler und liest die Größe ab, statt „150 KB“ einzutippen. Funktioniert gut, ist aber ein Zwischenschritt mehr.
  • Der Encoder ist der eingebaute Browser-Encoder. Squoosh — von Google, ebenfalls kostenlos, läuft ebenfalls lokal — bringt MozJPEG als WebAssembly mit und ist bei gleicher Qualität meist 10 bis 20 % kleiner. Der Haken ist: Squoosh nimmt nur ein Bild auf einmal.
  • Maximal 30 Bilder pro Durchgang. Und wirklich große Dateien hängen am Arbeitsspeicher deines Geräts, nicht an unserem Server.

Für das eine Hero-Bild deiner Startseite, das du zwei Jahre lang jeden Tag ansiehst: nimm Squoosh und freu dich über die letzten 15 %. Für die 40 Fotos, die heute Nachmittag unter 500 KB müssen: bleib hier.

Frequently Asked Questions

Wie komprimiere ich ein Bild auf 100 KB?

Bild reinziehen, dann den Qualitätsregler nach unten schieben — die Ausgabegröße aktualisiert sich live, du siehst also sofort, wann du unter 100 KB bist. Reicht die Qualität allein nicht, stell zusätzlich die maximale Kantenlänge auf 1280 px. Von 4.000 px auf 1.280 px runter entfernt rund 90 % der Pixel, bevor der Encoder überhaupt anfängt.

Verlieren die Bilder dabei an Qualität?

JPEG und WebP sind verlustbehaftet — genau dadurch werden sie klein. Bei 80 % Qualität ist der Verlust bei normaler Betrachtungsgröße praktisch nicht zu sehen. Unter etwa 60 % fällt es auf: Himmel und Haut werden fleckig, um Text entstehen leichte Schatten. PNG als Ausgabeformat ist verlustfrei, bleibt aber deutlich größer.

Werden meine Bilder auf einen Server hochgeladen?

Nein. Die Komprimierung läuft über die Canvas-API deines Browsers, also komplett auf deinem Gerät. Du kannst es selbst prüfen: Entwicklertools öffnen, Netzwerk-Tab, ein Bild komprimieren — null Anfragen. Trenne nach dem Laden der Seite das WLAN, das Tool arbeitet trotzdem weiter.

Warum wird mein PNG größer statt kleiner?

Weil der PNG-Encoder im Browser nicht so gut optimiert ist wie pngquant oder der Encoder von TinyPNG. Ein bereits komprimiertes PNG noch einmal als PNG zu schreiben kann Bytes hinzufügen. Deshalb schickt der Modus Smart PNGs automatisch nach WebP: Transparenz bleibt erhalten, die Datei wird meist 60 bis 80 % kleiner.

Wie viele Bilder kann ich gleichzeitig komprimieren?

30 pro Durchgang, ohne Tages- oder Monatslimit. Die Grenze gibt es, weil dein Gerät die Arbeit macht — 30 große Fotos brauchen schon ordentlich Arbeitsspeicher. Liste leeren und die nächsten 30 reinziehen kannst du beliebig oft.

Werden EXIF-Daten wie GPS-Koordinaten entfernt?

Ja, als Nebeneffekt. Beim Neu-Kodieren über ein Canvas fallen alle Metadaten weg: GPS-Position, Kameramodell, Aufnahmezeit. Die Bildausrichtung bleibt korrekt, weil das Tool das EXIF-Orientation-Flag vorher ausliest. Wenn du die Metadaten behalten willst, ist das hier das falsche Werkzeug.

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